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von Dominik Keppner (28.05.2006)
Der Film beginnt mit einem kurzen Sprung in die Vergangenheit und zeigt wie Professor Charles Xavier und sowie Freund Eric Lensherr (Magneto) die junge Jean Grey besuchen - quasi als Basis für die kommenden Ereignisse. In einer weiteren Rückblende sieht man Warren Worthington (Angel), wie er versucht sich seiner Mutantion zu entledigen. Anschließend setzt der Film beinahe nahtlos an den Ereignissen von X-Men 2 am Alkali Lake an. Während Scott Summers (Cyclops) immer noch um seine Freundin trauert, versuche die restlichen X-Men wieder in den Alltag zurückzufinden. Durch die plötzliche Meldung, das ein "Heilmittel" für Mutanten gefunden wurde, welche diese wieder zu "normalen Menschen" werden lässt, sowie das Auftauchen der totgeglaubten Jean Grey, die sich am Ende des letzten Films für ihre Freunde opferte, überschlagen sich die Ereignisse. Während sich die X-Men von Professor X um Jean kümmern, nimmt Magento das Heilmittel als Anlass um nun endgültig gegen die "Homo sapiens" vorzugehen. Er beginnt eine Armee um sich herum zu gruppieren und befreit mit Juggernaut und Multiple Man einige der gefährlichsten Mutanten um sie für seine Sache zu gewinnen. Jean Grey hat sich inzwischen sehr verändert. Professor X offenbart Wolverine, dass in ihr schon immer zwei verschiedene Seelen geschlummert haben, wobei die andere, gefährlichere der beiden nun Besitz von Jean übernommen haben scheint. Als diese Persönlichkeit dann erwacht und sich zurück zu ihrem Wohnsitz begibt, kommt es erstmals zum Aufeinandertreffen der beiden Mutantenparteien um X und Magneto. Am Ende zieht Magento die neue Jean Grey auf seine Seite und bereitet sich mit ihr auf die Vernichtung des Heilmittels vor. Es beginnt der Marsch nach Alcatraz, wo das Heilmittel mit der Hilfe des Mutanten Leech hergestellt wird. Zusammen mit der US-Armee stellen sich die 6 X-Men Wolverine, Storm, Beast, Icemen, Kitty und Colossus zum alles entscheidenden Kampf gegen Magnetos Truppen... X-Men: Der letzte Widerstand beginnt zunächst gemächlich und verrät in erster Linie einige Details zu Jean Grey und dem Ursprung des Heilmittels. Doch schon kurz darauf nimmt der Film mächtig Fahrt auf und endet schließlich mit dem ultimativen Kräftemessen der beiden Mutantengruppen. Dabei hat der Film angefangen von Spannung und Dramatik, über großen emotionalen Momenten sowie unvorhergesehenen Ereignissen alles zu bieten. Die Entscheidungsschlacht auf Alcatraz setzt neue Maßstäbe, hätte jedoch ruhig etwas länger ausfallen können. Wenn am Ende die 6 X-Men jedoch an der Seite der Menschen auf Alcatraz in einer Reihe aufgestellt den letzten Widerstand bilden, ist das einfach durch Gänsehautatmosphäre pur und einer der großen Momente im Film. Ellen Page macht auf jeden Fall eine sehr gute Figur und erweist sich als gute Wahl für die Rolle Kitty Pryde. Sie hat zwar nicht wirklich viel zu sagen, überzeugt jedoch in ihren Szenen mit einer tollen Ausstrahlung. Sie bekommt neben Hank McCoy (Beast) die meiste Aufmerksamkeit bei den neuen Mitgliedern des X-Men Teams gewidmet, wobei ihr hier auch zugute kommt, dass Kitty auch in den beiden vorangegangenen Filmen zu sehen war und somit den Fans ein Begriff ist. Sie weiß geschickt ihre Kräfte einzusetzen und die Figur der kleinen Powerfrau passt wirklich perfekt zu Ellen. Andere Charaktere kommen weniger gut weg. Angel hat nur ein, zwei Szenen und hat für den Film nahezu keine Bedeutung und auch die neuen Mutanten der Bruderschaft werden nicht namentlich erwähnt beziehungsweise haben nur wenige Augenblicke im gesamten Film. Hier macht sich die doch relativ kurze Laufzeit von 104 Minuten negativ bemerkbar, die den neuen Charakteren nur wenig Platz zur Entfaltung lässt. Stattdessen setzt man viel auf Jackman, McKellen und Berry, die in ihren Rollen neu erblühen und die X-Men in die Schlacht führen. Derweil geht der Film nicht gerade gutmütig mit den Mutanten um - einige sterben, andere werden geheilt. Wenn man es unverblümt ausdrücken möchte, erwischt es letztendlich genau die Richtigen. Einige Charaktere standen einfach nicht für mehr Drehzeit zur Verfügung und wurden quasi rausgeschrieben, andere werden wohl für einen weiteren Film - wenn er denn kommen sollte - altersbedingt nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei den Restlichen ist der Verlust (leider) unerheblich, da Ihnen die nötige Tiefe fehlt beziehungsweise sie nichts Wesentliches zur Story beitragen. Auch bei den "Geheilten" geht man irgendwie streng logisch vor, was dem ein oder anderen Fan der Figur selbstverständlich missfallen wird. Im Gründe genommen hat das Team um Brett Ratner nichts verkehrt gemacht, jedoch einiges besser machen können. Neben ein Paar kleineren Fehlern (man beachte den plötzlichen Tag-Nacht-Wechsel auf Alcatraz) fehlt es den neuen Figuren vorallem an Tiefe und das Ende lässt leider doch die ein oder andere Frage unbeantwortet. Insgesamt ist der Film jedoch ein würdiger Nachfolger der ersten beiden Teile und wird die Fans im Großen und Ganzen nicht enttäuschen. Von mir bekommt der Film 8 von 10 Sternen. Abzug gibt es vor allem wegen der fehlenden Tiefe der neu eingeführten Charaktere sowie den fast schon zu offensichtlichen Fehlern. Pluspunkte sammelt der Film in erster Linie durch seine überragenden X-Mens an der Front, der trotz kleinerer Schwächen immer noch guten Story, der großartigen Atmosphäre sowie den Specialeffekts. Ob dies wirklich der letzte Teil ist, kann angezweifelt werden. Wenn der Film die erhofften Summen einspielt, wird man um eine Fortsetzung nicht herum kommen. Außerdem haben sich die Macher genügend Hintertüren für einen weiteren Teil eingebaut. |